Die Ermöglichungsprofession

69 Leuchtfeuer für systemisches Arbeiten

"In 69 eindrücklichen und locker geschriebenen Statements wird hier gezeigt, wie eine Soziale Arbeit aussieht, die sich systemisch versteht.
Die Idee gezielter Wirkung hat ausgedient, Ermöglichung gibt ein ganz anderes Bild an die Hand: Die Entscheidung über den zu gehenden Weg bleibt in der Hand der Betroffenen – und damit gehört ihnen auch die Kraft der Veränderung.
„Leuchtfeuer“ geben keine Handlungsanweisung, sondern lockere Wegmarkierungen, an denen sich Betroffene und Profis gleichermaßen orientieren."
Prof. Dr. Arist von Schlippe
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Leseprobe: Einleitung und 1. Leuchtfeuer

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Video zum Interview von Carl-Auer
auf Facebook

 

 

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Postmoderne bedeutet radikale Ermöglichung,
denn sie bezieht den blinden Fleck jeder Beobachtung
als Bereich unmöglicher Möglichkeiten mit ein.

Es ist nicht alles möglich,
was möglich scheint,
weil das,
was wirklich ist,
von dem abhängt,
was möglich war.

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"Das Konzept der Ambivalenz macht keinen Unterschied zwischen sozialen und psychischen Widersprüchen und Konflikten, weil es nicht allein auf Kommunikation (Sozialsysteme), nicht allein auf Gedanken (Psychen), sondern - systemübergreifend - auf Sinnverarbeitung verweist. Nur wo zwischen Wirklichkeit und Möglichkeit unterschieden werden kann, ist Sinn anzutreffen und kann insofern Ambivalenz (Diskrepanz, Widerspruch, Konflikt) hinbeobachtet werden."

„Ambivalenzen sind - bestenfalls - gemeinsam herausgearbeitete - Widersprüche, deren Merkmale sich darin ausdrücken, dass sie keinen Spielraum des Ignorierens ermöglichen. Genau deshalb sind sie die ideale Quelle für reflektierte Entscheidungen".

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„Auf welche "Persönlichkeits"-Diagnose könnte es hinauslaufen bei einer Person, die Freude daran empfindet, andere zu diagnostizieren?"

„Wenn nach Heraklit der Krieg der antike Vater aller Dinge ist, dann ist die Ambivalenz ihre postmoderne Mutter."

„Nicht wir bezeichnen die Welt, so als würden wir überall Etikette anbringen. Die Zeichen welten."

„Wenn das System Widerstreit nicht zulässt, gibt es mindestens zwei Möglichkeiten: entweder du lebst in einer Diktatur oder du begründest eine."

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„Erkenne Dich selbst“,? Nein, "Habt Mut zum Handeln“ sollte es heißen. Denn nur in der Wirkung unseres Handelns können wir erkennen, wer wir füreinander sind."

„Immer noch ähnelt das Jugendamt in seinen internen Strukturen eher einer preußischen Militärabteilung als einer lernenden, Feedback und Bürger-Beteiligung nach innen und nach außen aktiv befördernden Organisation des 21. Jahrhunderts. Es geht aber heute nicht mehr um  Oben und Unten, sondern um Vorher und Nachher."

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„Das heutige Schulsystem ignoriert die Komplexität seiner gesellschaftlichen Aufgaben: systemisch passender wäre weniger MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) und mehr „GIVE“ (Gesellschaft, Inklusion, Verbundenheit, Empathie)."

„In der Sozialen Arbeit der Zukunft wird es darum gehen, die von Kopf, Herz und Hand der Menschen hervorgebrachte Energie in die zugleich individuell und sozial wertgeschätzten Bahnen zu lenken."

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„Wenn der Alltag das gewohnte Leiden ist, dann sind Krisen nichts anderes als die besten Gelegenheiten aus ihm auszubrechen."

„Die Lebenswirklichkeit passt mal mehr oder mal weniger 

zu den eigentlich vorhandenen Möglichkeiten."

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„Was wir zu beobachten erwarten können, wird eingeschränkt durch die Weisen und Bedingungen unseres Beobachtens, welche erst hervorbringen, was die Beobachtung überhaupt beobachten könnte."

„Menschen haben keine Eigenschaften und Fähigkeiten, vielmehr entstehen diese Eigenschaften und Fähigkeiten erst im Moment ihrer Beobachtung."

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„Glaube versetzt Berge, genau deswegen erfinden wir die Ressourcen unserer Nutzer*Innen, insbesondere wenn wir kaum noch welche entdecken."

„Soziale Arbeit ist für Kopf und Herz wie Spagat für den Körper - sie muss stetig trainiert werden."

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„In ihrer Balance liegt unsere Chance mit Ambivalenz schöpferisch umzugehen."

„Die „Welt entdecken“ und die „Welt zu konstruieren“ ist kein Widerspruch. Im empirischen Entdecken wird die Welt sinnhaft konstruiert und im sinnhaften Konstruieren von Welt wird sie empirisch entdeckt.“

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„Eindeutige Ziele sind verbreitet, behindern jedoch schlechterdings die Entwicklung komplexer Systeme. Um so eindeutiger das Ziel formuliert und fokussiert wird, umso größer wird das Risiko, andere Möglichkeiten zu übersehen und Umwege oder Seitenwege gar nicht erst wahrzunehmen”.

„Die Antwort auf die Frage nach der Passung von Vorgehensweisen und Zielen liegt nicht zuerst in den Perspektiven derer, die sie betrachten, sondern derer, die von diesen Vorgehensweisen und Zielen betroffen sind.“

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„Wenn das System inhuman ist, macht Inklusion keinen Sinn.“

„Der Komplexität des Menschen werden Organisationen erst gerecht, wenn sie Funktion mit Bedürfnis in Einklang bringen."

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„Das Entstehen von Möglichkeiten ist stets gekoppelt an das Verschwinden von Möglichkeiten. Nennen wir es die Dialektik von Veränderung.“

„Soziale Arbeit und Gesellschaft haben eine tiefreichende Gemeinsamkeit. Wir wollen wissen, wie wir gemeinsam leben werden und daraufhin handeln. Das ist der Grund, warum das nächste Jahrhundert eine Gesellschaft des sozialen Arbeitens hervorbringt."

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„Eine Haltung zu haben heißt für mich inmitten von mächtigen Unterscheidungen balancieren zu können."

„Hilfsbedürftigkeit wird immer begünstigt durch das Nichtwissen der Beteiligten darüber, über welche Ressourcen sie bereits verfügen (Wirklichkeit) oder verfügen könnten (Möglichkeit). Wenn den Betroffenen klar wäre, was in einer bestimmten Lebenssituation oder Lebenslage besonders hilfreich sein könnte, würden sie es tun."

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„Sein ist das Eine, Dabei-Sein das Andere“.

„Der postmodernen Denkart könnten wir die Erkenntnis verdanken, dass die Sprache uns am Leben erhält. Was nicht in seinem Wert erkannt und bezeichnet wird, reißt uns mit in seinen Untergang.“

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„Der Widerstreit gehört zur Postmoderne. Nur in Diktaturen wird er unterdrückt.“

„Du wurdest, was Du geworden bist, weil die Beziehungen zu Anderen so wurden, wie ihr sie zusammen gestaltet habt.“

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„Die postmoderne Perspektive erweitert den eigenen Horizont füreinander, der je persönlich beschränkt ist, sonst würde er als Abgrund erlebt.“

„Respekt wird oft mit Achtung und Anerkennung nur gleichgesetzt. Näher am Begriff ist unsere wechselseitige Angewiesenheit auf den zweiten Blick, um einander mit Achtung zu begegnen."

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„Soziale Arbeit bedeutet der Nutzerin oder dem Nutzer folgende Botschaft nahe zubringen: ich kann Dir nur helfen, wenn Du mir hilfst, Dir selbst zu helfen."

„Die postmoderne Haltung wird immer dann wichtig, wenn es angeblich keine Alternativen mehr gibt."

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„Für achtsame Sozialpraktiker/innen sind alle Wörter: Fremdwörter."

„Soziale Arbeit ist beobachtbar mehr als Zukunftsöffnung statt als Wirklichkeitsbejahung - wie sonst ließe sie sich betreiben?"

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„Wer einmal durch die Drehtür von Wirklichkeit und Möglichkeit geht, kommt nicht unverändert wieder heraus."

„Reue zeigen ist Teil von Selbstkompetenz sowie symbolisch generalisiertes Kommunikationsmedium für Formen der persönliche Betroffenheit zeigenden Fehler-Reflexion."

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„Einfache, praktische Lösungen sind solange erste Wahl, bis wir selbst von ihnen betroffen sind."

„Selbstbestimmung" lässt sich nicht nur als "Zustand" beobachten, sondern zugleich als Ergebnis ihrer Anerkennung begreifen."

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„Durch gemeinsames Innehalten gelangen wir dorthin, wo jeder nur auf seine Weise hinkommen kann."

„Komplexität hat kein Zentrum. Offenkundig brauchen Leute das, um Komplexität zu organisieren."

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„Wer postmoderne Achtung der Vielfalt als Beliebigkeit missversteht, zeigt nur die eigene Umgangsweise mit Komplexität."

„Mit der Gegenüberstellung von Moderne und Postmoderne als Epochen wird viel Unfug getrieben. Für mich ist "postmodern zu handeln" eine Haltung des Respekts und Achtung von Vielfalt und Perspektivität."

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„Der Ariadnefaden im Labyrinth des menschlichen Lebens wird aus 2 Fäden gewebt, dem Faden der Wirklichkeit und dem von Möglichkeit."

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Über SYSTEAMS

SYSTEAMS ist ein dialogisches Netzwerk zur Erforschung, Anwendung und dem Praxistransfer systemischer Methoden, Handlungsmodellen und Theorien in Sozialer Arbeit.

Ausdruck dafür können Publikationen sein wie die 69 Leuchtfeuer von Kleve und Wirth, hier geht's zur Leseprobe. Hier geht's zur Audio-Lesung

Seit dem Jahr 1996 bis heute gibt es eine thematische Verkettung von Publikationen, die als Meilensteine postmoderner Theoriebildung gelesen werden können.

Die Ausgangspunkte sind Mehrperspektivität, Vielfalt und die Ambivalenz von Wirklichkeit und Möglichkeit als Grundlagen für systemisch angewandte Sozialtheorie.

Ambivalenz soll nicht psychologisch, sondern soziologisch verstanden werden als Unbestimmtheit der beiden Werte durch ihre unentscheidbare Beziehung zueinander.

Lebensführung verweist auf das Umgehenkönnen mit Ambivalenz, also mit der Unentscheidbarkeit, wie wirklich die Wirklichkeit ist, und welche Möglichkeiten potentiell verfügbar sind.

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